“Da hatte ich irgendwie Mitleid”

Als FC-Fan hat man ja ein klares Koordinatensystem. Man weiß, was man gut findet (Daum, Poldi etc.) und kennt die Bösen (Gladbach, Bayern, Schalke, Leverkusen, Oliver Held und viele weitere). In fast jeder (fußballerischen) Lebenssituation hilft einem dieses Koordinatensystem schnell zu einer klaren Meinung zu gelangen (”Der Toni fällt viel zu schnell”). Auch wenns Blödsinn ist, aber darum gehts ja nun nicht. Nur eine Sache ist zumindest mir freilich völlig unklar: Wie ticken eigentlich Menschen, die beispielsweise zu Bayer Leverkusen halten? Da habe ich nicht die geringste Ahnung. Wie kommen die so durch die fußballspezifischen Grundsatzdiskussionen? Da nun auch noch das kleine Derby ansteht für mich Grund genug mal einem ein paar Fragen zu stellen. Jens vom trotz allem lesenswerten catenaccio.de hat sich dazu netterweise bereit erklärt.

Hallo Jens, ich habe in meinem persönlichen Umfeld keine Fans von Bayer Leverkusen, ich kenne nicht mal welche. Du behauptest nun einer zu sein. Warum tust du das?

Frage ich mich auch immer wieder. Aber wahrscheinlich hängt das mit meinem Helfer- und Mitleidssyndrom zusammen. Menschen, denen es schlecht geht oder die Hilfe brauchen, denen stehe ich zur Seite. So wars damals auch bei Leverkusen. Ich erinner mich noch an diese beiden UEFA-Cup-Partien gegen Prag, die beide Remis ausgingen und es mir nicht in den Kopf wollte, dass Bayer aufgrund der Auswärtstore rausflog. Da hatte ich irgendwie Mitleid und verfolgte fortan die Spiele der Werkself, auch um mich vielleicht von meinen Klassenkameraden abzusetzen, die vornehmlich Bayern- oder Dortmund-Fans waren.

Nun steht mal wieder das direkte Duell an. Für FC-Fans ist das Spiel gegen Gladbach ja das wahre Derby, gegen Leverkusen gewinnt man aber auch extra gerne. Welchen Stellenwert hat das Spiel denn für dich?

Ich muss ehrlich gestehen, dass mir dieses Traditionsgehupe, alte Feindschaften, Derbys, etc. eher schnuppe sind. Für mich ist die Partie gegen Köln, ein Auswärtsspiel, was gewonnen werden muss. Ich bin da wohl kein echter Fan. Ich frage mich manchmal, warum es keinen Fanleitfaden für Anhänger des Clubs XY gibt. “Club XY ist der beste und tollste Verein, den es gibt. - Eure Feinde sind der gegnerische Verein und deren Fans. - Den Verein ABC dürft ihr auch ok finden, der Verein FGH ist dagegen böse. Sympathien zu diesem Verein werden nicht akzeptiert. Blabla.” Aber ich schweife ab.

Seit Jahren finden sich im Bayer-Kader immer wieder alte FCler, aktuell Sinkiewicz und Helmes. Werden diese bei den Bayer-Anhängern kritisch beäugt oder ist man besonders stolz auf die beiden?

Auch hier kann ich nur wieder antworten. Ja und? Ist doch egal, ob jemand beim FC oder bei Bayern München gespielt hat. Jetzt spielt er in der Werkself und da hat er seine Leistung zu bringen. Tut er das nicht, wird er zumindestens bei mir hinterfragt. Ich weiß aber, dass das nun mal bei diversen Fans nicht egal ist. Und auch die Medien freuen sich wie die Schneekönige, wenn Exspieler irgendwo auflaufen und am besten noch ein Tor schießen gegen den Exverein und dann vielleicht noch mit den Exfans am Ende jubeln.

Leverkusen hat eine teils berauschende Hinrunde gespielt, jetzt droht plötzlich der Anschluss an die UEFA-Cup-Plätze verloren zu gehen. Woran liegts?

Ganz so plötzlich, wie alle meinen kommt das ja nicht. Schon in der Hinrunde gab es Spiele, die man gewonnen hat, aber durchaus hätte verlieren können. Es gab diverse Matches, wo Bayer einfach unnötig Punkte verschenkt hat. Gegen Karlsruhe, Bielefeld oder Cottbus hätte Leverkusen neun Punkte holen müssen und am Ende sind es zwei gewesen. Und da waren noch einige Spiele mehr, die sicherlich auch anders hätten ausgehen können. In der Rückrunde fehlt jetzt einfach der Biss und der Mann, der die Mannschaft um sich schart und sie mitreißt. Neben dem Platz müht sich Bruno Labbadia redlich, auf dem Platz sehe ich keinen Spieler, der sich gegen das Mittelmaß wehrt. Das ist vielleicht auch zu viel verlangt von diesem jungen Team.

War die Entlassung von Michael Skibbe in deinen Augen richtig? Offensichtlich scheint er nicht schlechtere Arbeit geleistet zu haben als sein Nachfolger.

Ich glaube, dass das schon ok war. Skibbe hat zwar fachlich einiges auf dem Kasten, allerdings hat er auch die Ausstrahlung eines Blocks Beton. Zum Ende haben die Spieler, glaube ich, nichts mehr mit ihrem Trainer anfangen können. Labbadia fehlt leider noch einiges an Erfahrung, fachlich ist sicherlich auch noch das ein oder andere aufzuholen, aber dafür arbeitet er hart und hat einen Plan. Es könnte halt sein, dass dieser Plan, bei diesem Team und seinen Kompetenzen eine Saison länger braucht, um in Erfüllung zu gehen.

Kommt ihr nochmal ran ans internationale Geschäft?

Ich glaube nicht. Die ersten fünf Mannschaften sind zu stark und werden den Rest der Liga auf Abstand halten. Selbst wenn alles gut läuft und man nur noch ein oder zwei Niederlagen kassiert, ist die Spitze zu stark, dass Bayer da noch ran kommt.

Der FC ist drauf und dran die Klasse zu halten. Ein Ärgernis für dich?

Nein auf keinen Fall. Der FC hat für mich eher eine Existenzberechtigung in der 1.Liga, als zum Beispiel Bielefeld oder Cottbus. Das hat aber allein sportliche Gründe.

Nun kommt auch noch Poldi zurück zum FC. Hältst du das für genauso bödsinnig wie die meisten außerhalb Kölns?

Man wird sehen. Poldi wird wahrscheinlich 1-2 Spielzeiten in Köln spielen, 20-30 Tore schießen und dann international gehandelt werden. Vielleicht probiert er es dann noch mal, aber ich glaube er wird es nicht schaffen, sich woanders durchzusetzen. Poldi erinnert mich immer ein bisschen an Landon Donovan. Das persönliche Umfeld muss bei beiden stimmen, damit es läuft. Bei Podolski ist das nun mal am Dom in Kölle.

Und was traust du dem FC in der kommenden Saison zu?

Tja - was traue ich dem FC nächste Saison zu? Das kommt ein bisschen darauf an, wen man sonst noch ins Boot holt. Mit dem derzeitigen Team plus Podolski wird der FC irgendwo im Mittelfeld landen.

Dein Tipp für Sonntag?

Ein 2:1 für Bayer. Ein 2:1. Ein 2:1. Ein 2:1. Ein 2:1. Und die Werkself wird nach Rückstand endlich mal ein Spiel drehen. Ein 2:1. Ein 2:1. Ein 2:1. Man muss es nur oft genug schreiben, dann wird es wahr.

 

Christoph Daum und die Türken

Ein Gastbeitrag von gspeppi

Seit einigen Tagen rumort es in der türkischen Presse, angeblich wird Christoph Daum von Fenerbahçe umworben. Haha, na klar, der Daum, von wegen, Köln bleibt schließlich erstklassig, Poldi kommt und überhaupt. Lassen wir den Quatsch also? Vielleicht sollte man dieses Thema aber doch nicht gleich als Märchen aus 1001 Nacht abtun. Fakt ist, dass Fenerbahçe eine peinliche Saison spielt. Man hat viel Geld für den spanischen Torschützenkönig Güiza ausgegeben sowie eine weitere Stange Geld für Luis Aragonés, den ehemaligen Nationaltrainer Spaniens hingelegt. Bisher hat Fener in dieser Saison sieben Niederlagen einstecken müssen und man kann im Verein wohl von Glück reden, dass alle Istanbuler Großclubs eine ähnlich unterirdische Serie hinter sich haben. Bezeichnenderweise ist das Highlight der Saison für Fener wohl, dass Galatasaray endlich aus dem UEFA-Cup ausgeschieden ist und somit die Gefahr gebannt ist, dass der ärgste Rivale das Finale im dann rot-gelb geschmückten Fenerbahçe-Stadion austragen darf.

Es gibt also durchaus Sehnsucht nach einer Person, die sowohl vom Namen als auch von seinen Fähigkeiten als Trainer vorzeigbar ist. Aber warum ausgerechnet immer wieder der Daum? International ist man zuletzt unter Trainer Zico erfolgreicher gewesen und Meisterschaften in der Liga (nicht im Pokal, den hat man seit 26 Jahren regelmäßig an Galatasaray abgeben müssen) sind normal für einen Verein mit den Ansprüchen von Fenerbahçe. Man kann sich durchaus die Frage stellen, worauf diese herzliche Beziehung zwischen Daum und „seinen Türken“ basiert, zwei Parteien, die zumindest hierzulande recht häufig mit einem gewissen Misstrauen beäugt werden. Als Christoph Daum das erste Mal in der Türkei ankam, war er gerade beim VFB Stuttgart entlassen worden. Sein Wechselfehler kostete die Schwaben damals den Einzug in die Champions League. Noch weiter unten angelangt war Daum bei seiner zweiten Kur in der Türkei, mit dem Ruf des koksenden, lügenden Möchtegern-Nationaltrainers hatte er auf Jahre seinen Stammplatz bei den Witzeschreibern der Nation sicher.

Unabhängig von all den üblichen Qualitäten, die Profis im Fußballgeschäft mitbringen sollten, ist der Grund für die Besonderheit gerade dieser Beziehung eigentlich offensichtlich: Daum ist ziemlich bekloppt. Die Türken sind ordentlich bekloppt. Man kennt sich und vor allem mag man sich. Daum hat verstanden, wie die Uhren in der Türkei ticken und konnte es zudem auch noch gut leiden. Wer nach in der Türkei vergötterten Personen sucht, trifft auf gebrochene, gescheiterte oder zumindest ein bisschen wahnsinnige Persönlichkeiten. Toni Schumacher, der sich in Deutschland nach der Veröffentlichung seines Buches eine Weile nicht mehr blicken lassen konnte, Jupp Derwall, der vom Kaiser aus dem Amt geputscht das Land verlassen musste, Gheorghe Hagi, der als ewiges Talent bei Barcelona ausgemustert wurde. Wer die „Herausforderung Türkei“ ernsthaft annahm und sich auf die Menschen zubewegte, dem kam man mit drei Schritten entgegen. In der Türkei wurden diese „Aussätzigen“ nicht nur als Gastarbeiter angenommen, sondern durften sogar auf den Arm und bekamen die dringend benötigte Seelenmassage. Christoph Daum kam also auch nicht als Entwicklungshelfer, als Kolonialherr, als deutscher Missionar der mit erigiertem Zeigefinger wedelnd den Wilden teutonische Leitkultur einbimsen wollte, wie ein Werner Lorant. Er stand den immer im Übermaß sprudelnden türkischen Emotionen auch nicht kühl und distanziert gegenüber wie ein Jörg Berger. Man sah den Deutschen mit den Türken schimpfen und feiern, schreien und Wangenküsschen verteilen, Ayran trinken und türkisch radebrechen.

Man muss zumindest ein wenig die Klaviatur der Emotionen beherrschen, um in der Türkei erfolgreich sein zu können und auch von der Mentalität der Menschen zu profitieren. Im Umkehrschluss kann man sich so auch erklären, warum es für Enke, Skibbe, Berger oder Löw eine weniger erquickliche Zeit gewesen sein mag – dann wenn zu viele Gefühlswallungen einfach erdrückend sein können. Die Ankündigung von Christoph Daum, die türkische Staatsangehörigkeit annehmen zu wollen, darf dabei weniger als handfestes Vorhaben, denn als Geste betrachtet werden. Aber unmöglich – nein unmöglich wäre es wirklich nicht. Unmöglich wäre auch ein erneuter Wechsel in die Türkei wohl nicht. Vielleicht ist die ganze Beziehung zwischen Christoph Daum und „den Türken“ ein bisschen wie Teenagerliebe. Aufregend, gefühlsbetont, mit Höhen und Tiefen, ein bisschen verschwitzt und vor allem eines – manchmal ein bisschen irrational.

Dies war ein Gastbeitrag von gspeppi - herzlichen Dank!

 

Wie ein Zweitligist im Pokal

“Ein Punkt gegen Bielefeld - das ist zu wenig!” Solche Sprüche waren gestern und heute des öfteren zu lesen und hören. Aber stimmt das auch? War das wirklich zu wenig? Oder sind vielmehr nur die Ansprüche nach einem überraschenden Sieg in München zu hoch gestiegen?

Lässt man das Spiel nochmal Revue passieren, dann war da sicher mehr drin. Das sahen auch die Spieler in ihren Statements nach dem Schlusspfiff so. Fraglos, Köln war das bessere Team, kontrollierte über weite Strecken Ball und Gegner. Bielefeld hatte genau eine Chance im ganzen Spiel, ein Kopfball von Wichniarek, und der war nicht drin. Der FC hätte schon zur Halbzeit eine deutliche Führung verdient gehabt. Aber dann kam leider der Aussetzer von Brecko.

Abstrahiert man aber etwas vom Spielgeschehen selber, dann ist der Punkt ein gewonnener Punkt. Dann macht einem das Spiel von gestern sogar Mut. Denn man hat einen direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt auf Distanz gehalten. Mit nun 29 Punkten liegt man ganz klar auf Kurs, hat in der Rückserie sogar schon drei Punkte mehr gesammelt, als in der Hinrunde gegen die selben Gegner. Man ist seit sechs Spielen ungeschlagen und so langsam fällt es schwer sich vorzustellen, dass der FC nochmal richtig unten reinrutscht. Die von Christoph Daum ausgegebene “Eichhörnchen-Taktik” funktioniert und ist angesichts der Tatsache, dass nach oben eh nix mehr geht (es gibt keinen UI-Cup mehr!), genau richtig. Und man darf auch nicht vergessen, welchen Weg der FC in den letzten zwei Jahren gegangen ist: Im Februar 2007 ging das Team nämlich noch 0:5(!) bei Rot-Weiss Essen(!) unter. Dagegen herrschen jetzt paradiesische Zustände. Da kann man auch mal einen Klopper wie den gestrigen von Miso Brecko wegstecken, zumal der bisher ja eine sehr solide Runde spielt.

Und noch was macht Mut: Der FC hat gestern wie selbstverständlich die Initiative übernommen. Und in der ersten Halbzeit auch kein schlechtes Spiel aufgezogen. Klar, das Ergebnis ist nicht optimal. Aber da zuletzt oft behauptet wurde, der FC tue sich schwer, wenn er das Spiel machen müsse, gilt es das Spiel gestern positiv zu werten. Wie twitterte HerrWieland von Königsblog gestern: “Wenn Bielefeld beim Aufsteiger Köln wie ein Zweitligist im Pokal agiert, sollte das die FC-Fans beruhigen können”. Drei Punkte hätten mehr beruhgt. Aber recht hat er trotzdem.

 

Das perfekte Auswärtsspiel

Bei den Bayern sah der FC in den letzten Duellen immer ganz gut aus. Dass es gestern aber zum großen Wurf gereicht hat, damit war wirklich nicht zu rechnen. Schließlich trat ein (wenn auch wackerer) Aufsteiger bei einem CL-Achtelfinalisten an. Und doch, gestern passte einfach alles, ein perfektes Auswärtsspiel:

1. Der FC hatte Glück mit dem Schiedsrichter. Her Rafati, sonst kein schlechter seiner Zunft, erkannte das 1:0 durch Klose nicht an. Puuh.

2. Christoph Daum schickte den 20jährigen Daniel Brosinksi zu seinem Bundesliga-Debüt auf das Feld. Bisher stand der genau zweimal im Kader. Eine verwegene Idee und dann macht der Junge so ein Spiel und trifft sogar zum wichtigen 0:2. Ein absoluter Traum.

3. Spieler, mit denen man lange Zeit nicht richtig warm wurde, spielen plötzlich ihre Stärken aus. Von Fabrice “DJ” Ehret ist man das seit einiger Zeit gewohnt, trotzdem unnachahmlich, wie er Demichelis vor dem 0:1 einfach stehen lässt. Und Nemanja Vucicevic, ständig zwischen Weltklasse und Kreisklasse changierend, aber eigentlich stets ineffektiv, spielt plötzlich öffnende Pässe und bringt nach seinen Dribblings den Ball zum Mitspieler. Hut ab.

4. Die Mannschaft hat sich zerrissen. Man konnte förmlich spüren, wie die Mannschaft Schmerzen litt. Brosinski ging völlig ausgepumpt vom Feld und über McKenna muss man eigentlich kein Wort mehr verlieren. Wurde von Klose richtig böse am ohnehin lädierten Knöchel erwischt… und kam trotzdem zurück aufs Feld und warf sich in jeden Ball.

5. Unglaublicher Support, wirklich ein “Heimspiel in München”. Die Leistung auf der Tribüne war genauso stark wie die auf dem Feld.

6. Und das alles an Karneval. Ein besseren Zeitpunkt für so einen Sieg gibt es nicht.

Etwas Glück, etwas Mut, etwas Können, etwas Aufopferung. Mehr brauchte es nicht für einen großartigen Nachmittag. Danke, Jungs!

 

Marvin Matip - Hopp oder top?

Über kaum einen Spieler gehen die Meinungen der FC-Fans so weit auseinander, wie im Fall von Marvin Matip. Die Einen wünschen ihn so schnell wie möglich zum Teufel und wollen noch nie einen so schlechten FC-Spieler gesehen haben. Und die Anderen halten ihn für einen jungen und entwicklungsfähigen, vielseitigen und zuverlässigen Defensivspieler. Ein kurzer Blick auf das FC-Brett genügt, um das Ausmaß der Kontroverse zu erfassen. Dies und die Tatsache, dass sein Vertrag im Sommer ausläuft, sind Grund genug sich den Fall mal genauer anzusehen und dann in der gebotenen Sachlichkeit Position zu beziehen.

Matip fand den Weg zum FC, nachdem er in Bochum bei Trainer Neururer in Ungnade gefallen war. Dieser nahm ihm übel, dass er ein Angebot zur Vertragsverlängerung abgelehnt hatte und kanzelte ihn schließlich nach nur einem Bundesligaspiel für den VfL intern wie auch öffentlich ab. Matip stand als aktueller U21-Nationalspieler bei einigen Vereinen auf dem Zettel, nicht zuletzt beim HSV, unterschrieb aber letztlich beim FC. Ein gefeierter Transfer, war das Talent doch ablösefrei und schien mit Lukas Sinkewicz, seinem Partner auch in der U21, das Innenverteidiger-Duo der Zukunft bilden zu können.

Unter Uwe Rapolder begann er auch als Innenverteidiger, wurde aber auch im defensiven Mittelfeld aufgestellt. Rapolders Nachfolger Latour setzte ihn schließlich regelmäßig als “Sechser” ein. Einen Stammplatz in der Innenverteidigung konnte er sich nie erarbeiten, regelmäßige Einsatzzeiten auf allen Defensivpositionen dagegen schon. Matip spielt derzeit schon seine vierte Saison für den FC und hat in jeder hat 50% und 70% der Spiele absolviert. Er gehört damit also seit geraumer Zeit mindestens zum erweiterten Stamm und das unabhängig vom Trainer. Von seinen Kollegen des 1. Spieltages der Saison 2005/6 (1:0 gegen Mainz) spielt heute niemand mehr beim FC (Mattes Scherz saß 90 Minuten auf der Bank). Ob Rapolder, Latour oder Daum, keiner ließ Matip länger als maximal sechs Spiele außen vor, dann kehrte er immer für längere Zeit zurück. In der Rückrunde der letzten (Aufstiegs)saison kam Matip 14 Mal zum Einsatz und hatte wesentlichen Anteil an den disziplinierten Auftritten der Mannschaft.

Sein Bilanz entspricht jetzt nicht der steilen Karriere eine Lukas P. (60 Länderspiele), gleichwohl sind 76 Profieinsätze für einen 23jährigen auch nicht zu verachten. Er verfügt also bereits über eine gewisse Erfahrung und ist defensiv auf allen Positionen zu hause. Zu seinen Stärken gehört sicher das Defensivverhalten insgesamt, sein Stellungsspiel ist stark, sein Kopfballspiel brauchbar. Er ist kein reiner Klopper wie weiland Thomas Cichon sondern verfügt über eine ordentliche Technik. Dem gegenüber sind auch Schwächen zu verzeichnen, wie vor allem seine verbesserungsfähige Dynamik und das Offensivverhalten. Sein Spieleröffnung ist ganz passabel, richtig Druck über die Flügel entfaltet er aber nicht, seine Flanken sind harmlos. Zudem ist er immer gut für einen Bock, wobei ich behaupten würde, dass das bei ihm nicht öfter vorkommt, als bei anderen. Nur hatte er eben das Pech, dass daraus auch schon bittere Gegentore resultierten, wie z.B. beim 0:1 in Freiburg in der letzten Saison. Torgefahr geht ihm völlig ab, kein Vergleich zu einem Dodo, Matip hat bisher ein kümmerliches Tor zu Buche stehen.

Er ist also fraglos kein kommender Weltstar, verfügt aber über seine Qualitäten. Letztlich ist er vor allem deshalb so umstritten, weil sich die Leute an Fehler wie gegen Freiburg erinnern. Hätte er etwas mehr Glück gehabt und wären die Situationen glimpflich ausgegangen, dann hätte Marvin weiterhin einen guten Ruf und stünde nicht so sehr in der Kritik. Dummerweise haftet ihm nun das Image als Gefahrenherd und Tölpel an, an das sich die Leute bei jeder nicht 100% gelungenen Aktion erinnern. Selbst gute Aktionen werden ihm nun bisweilen negativ ausgelegt, wie jüngst gegen Frankfurt: Da eroberte er kurz vor Schluss am gegnerischen Strafraum denn Ball, legte mustergültig und mit viel Übersicht quer zu Ishiaku, der den Ball am leeren Tor vorbei schob. Die Reaktionen auf diese Szene sagen sehr viel aus: Matip wurde nämlich dafür kritisiert, dass er nicht selber den Abschluss gesucht hatte, es sei ein weiterer Beweis für seine Unfähigkeit. Ein unfassbar unfaires Urteil! Was kann er dafür, dass Ishiaku das Ding nicht macht? Hätte Ishiaku den Ball versenkt, dann wäre dieser für das Tor gefeiert worden und über Matip hätte niemand ein Wort verloren. Wie es ähnlich beim 2:1 in Bochum passierte, als Ishiaku traf und umjubelt wurde, der Ruhm aber eigentlich Ehret gebührte.

Letztlich kann Marvin Matip also machen was er will, seine Leistungen werden von zahlreichen FC-Fans immer schlecht geredet oder bestenfalls ignoriert (wenn er fehlerlos war). Aus dieser Position heraus zu kommen ist nicht unmöglich, wie Mattes Scherz und Novakovic bewiesen haben. Aber diese konnten mit Toren auf sich aufmerksam machen, ob einem Defensivspieler eine ähnliche Entwicklung gelingen kann, sei dahingestellt. Außerdem ist der linke Verteidigerposten, der ihm derzeit überantwortet ist, sicher nicht seine Idealposition. Seine besten Spiele hat er in der defensiven Mittelfeldposition absolviert und dort ist er auch weiterhin einer starke Alternative, wenn ein Kevin Pezzoni mal in eine Formkrise gerät. Und selbst wenn nicht ist er dort sicher nicht chancenlos.

Alle Kritiker sollten versuchen seine Leistungen sachlich zu beurteilen. Natürlich macht er Fehler. Niemand ist davon frei. Aber seine zahlreichen Stärken sollte man ebenfalls sehen. Und entsprechend würdigen. Die notwendigen Fähigkeiten, um ein Bundesliga-Stammspieler zu werden, besitzt Marvin Matip zweifellos. Und daher steht für mich außer Frage, dass man seinen Vertrag unbedingt verlängern sollte. Der FC braucht auch in Zukunft einen Marvin Matip. Erst recht wenn dieser einen weiteren Entwicklungsschritt gehen sollte. Und das ist ihm derzeit weit eher zuzutrauen, als einem Adil Chihi (über den hier vielleicht ein anderes Mal verhandelt wird).

 

Schweizer Trainer

Ok, einen Matchwinner zu benennen verbietet sich, wenn man nur 2:2 gespielt hat. Aber wie das Spiel in Frankfurt ohne Stümer Milivoje Novakovic ausgegangen wäre, möchte man als FC-Fan gar nicht wissen. Mit seinem Doppelpack rettete er zumindest einen Punkt und unterstrich, dass er einer der Top-Stürmer der Bundesliga ist. Zehn Tore hat er jetzt schon mehr geschossen als seine treffsichersten Mitspieler (Radu und Petit, jeweils zwei Treffer). Er ist - neben Geromel - die große Nichtabstiegsversicherung des FC. Sollte am kommenden Wochenende Karlsruhe bezwungen werden, kann man vor allem dank ihm beruhigt für die kommende Saison planen.

Auch wenn Novas Start in Köln nur mäßig war, der Mann ist ein Phänomen und mittlerweile weiß jeder, warum der damalige Trainer Hans-Peter Latour ihn unbedingt haben wollte. „Ich will die Stärken von Matthias Scherz nicht abwerten, er ist sehr schnell und stark im Strafraum. Aber die Spielstärke von Novakovic hat er auf diese Weise nicht.“ Das waren seine Worte zur Neuverpflichtung Novakovic. Auch wenn Latours Amtszeit unter einem unglücklichen Stern stand, mal abgesehen vom grandiosen Pokalsieg gegen Schalke, für diesen Transfer muss man ihm verdammt dankbar sein. Wie auch seinem Vorgänger Marcel Koller, der dem A-Jugendlichen Lukas Podolski entdeckte und ins Team beförderte. Alles falsch war an den beiden wohl nicht, jedenfalls für Top-Stürmer scheinen Schweizer Trainer ein Auge zu haben. Auch Lucien Favre macht in Berlin ja grad keinen schlechten Job, auch wenn er mit Pantelic nicht klar kommt. Was vielleicht die Ausnahme der Regel ist.

Fest steht jedenfalls: Wenn in der kommenden Saison Nova und Poldi die erste FC-Reihe bilden, dann ist das ein Verdienst unserer schweizer Trainer. Danke dafür!

 

(Un)haltbar?

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Aber es überlebt. Ganz ähnlich geht es in diesem Winter dem FC, der gestern mal wieder eine 1:0-Führung verspielte, andererseits aber den Abstand zu den Abstiegsplätzen um einen weiteren Zähler auf nun ganze zehn vergrößern konnte. Und angesichts der vielen Ausfälle muss und kann man damit hoch zufrieden sein.

Diskussionwürdig erscheint der Kölner Presse wohl - abgesehen von den desaströsen Platzverhältnissen - vor allem das Gegentor durch Grafite. Der Express gibt Mondragon die Schuld: “Doch dann tapste er doch zu spät in die Ecke und setzte sich die Pappnase auf… Grafites Aufsetzer zum Ausgleich war haltbar.” Und auch der Kölner Stadtanzeiger stimmt mit ein: “Der Ball war haltbar, Kölns Torhüter Faryd Mondragon schaffte das aber nicht, was nicht für ihn spricht.” Man kann den Eindruck bekomen, dass mit einem wirklich guten Keeper auch drei Punkte drin gewesen wären.

Interessant ist allerdings, dass die eher neutrale Berichterstattung des Kicker folgendes festhält: “Torwart Mondragon und etwas Glück hielten die Kölner aber im Spiel und stellten schließlich das Unentschieden sicher. (…) Nach einem Einwurf kam der Ball über Okubo zu Grafite. Der ließ den angeschlagenen Ehret locker aussteigen und zog aus über 20 Metern ab. Unhaltbar schlug das Leder unten links im Kölner Tor ein.” Offensichtlich liegt der Fall also nicht so eindeutig. Und wenn man sich die Szene genau anschaut wird man feststellen, dass Mondragon den Ball erst spät kommen sieht, Pezzoni verdeckt den Schuss. Von einen Patzer zu sprechen tut der Nummer 1 beim FC also unrecht. Zugegeben, man hat bei der Aktion das Gefühl, dass ein René Adler vielleicht noch die Finger an den Ball bekommen hätte. Aber ein Torwartfehler war das nicht und in der Gesamtschau des Spiels hat Mondy zahlreiche starke Aktionen gehabt, die seine Bundesligatauglichkeit beweisen.

Bleibt die Frage, warum sich Express und KSTA so auf Mondragon einschießen. Eine Vermutung liegt auf der Hand: Mondragon ist 37 und damit stellt sich natürlich absehbar die Frage der Nachfolge. Und darüber lässt sich herrlich spekulieren, bis zum Sommer ist wunderbar Auflage mit Torwart-Diskussionen machen. Und das um so besser, wenn Mondragon nicht unumstritten ist. Und dafür lässt sich ja sorgen. Es sollte sich bei der Bewertung von Mondragon also besser jeder auf seine eigenen Eindrücke verlassen. Aber das ist ja eh immer das Beste.

Nachtrag (2.2. - 14:52 Uhr): Der Kicker hat sich korrigiert und schreibt nun: “Nach einem Einwurf kam der Ball über Okubo zu Grafite. Der ließ den angeschlagenen Ehret locker aussteigen und zog aus über 20 Metern ab. Das Leder schlug unten links im Kölner Tor ein, Monragon reagierte in dieser Situation einen Tick zu spät.” Das kann man so sehen. Ein Mondragon-Bashing ist aber dennoch fehl am Platze.

 

FC vs. Wolfsburg - eine Rückvorschau

Wolfsburg. Brrr. Seit 1995 kommen bei dem Wort Abneigung, Ehrfurcht und Verachtung in mir hoch. Noch zu gut kann ich mich an das damalige Pokalhalbfinale erinnern. Das Müngersdorfer Stadion war Schauplatz einer der bittersten Niederlagen der FC-Geschichte. Der niedersächsische Zweitligist und Emporkömmling gewann beim hohen Favoriten durch ein Tor des damals schon 35jährigen Siegfried Reich mit 1:0 und zu allem Überfluss wartete im Finale auch noch Gladbach. Der Schock saß tief, denn Mitte der 1990er Jahre rechnete man als FC-Fan noch nicht mit ständigen Tiefschlägen, sondern sah eigentlich jedem Spiel optimistisch entgegen. Auch wenn die ganz große Zeit schon ein paar Jahre vorbei - eine Niederlage gegen Wolfsburg war eigentlich vorstellbar.  (Für die Jüngeren: ja, so Zeiten gab es!) Und auch nach 1995 setzte es zahlreiche scheußliche Reinfälle gegen die Mannen aus der selbsternannten Autostadt. Wolfsburg. Seit knapp 14 Jahren versuche ich nun schon zu vergessen - ohne Erfolg. Der Stachel sitzt noch immer tief.

Mit Blick auf das morgige Spiel lässt sich immerhin feststellen, dass die reale Heimbilanz besser ist als die gefühlte, die Zahlen sprechen von einem 2-1-2 bei 10:10 Toren. Die Auswärtsbilanz sollte man sich als FC-Fan aber lieber nicht geben. Auch die Tatsache, dass Wofsburg - ich glaub ich sprech ab jetzt nur noch von VW, das ruft nicht ganz so negative Assoziationen hervor -, dass also VW in dieser Saison noch kein Auswärtsspiel gewonnen hat, macht nicht wirklich Mut. Denn zweifelsohne ist auch dem aktuellen FC-Team zuzutrauen diese Serie zu beenden. Insbesondere da mit Geromel und Novakovic die wichtigsten Säulen der Hinrunde (nach den lächerlichen gelb-roten Karten aus Bochum) fehlen werden, und mit Womé ein weiterer Stammspieler ausfällt. Bei VW fehlt nur Dejagah, Felix Magath kann es sich sogar leisten grob geschätze zehn Profis gar nicht erst in den Kader zu berufen.

Und doch, morgen muss man gegen VW punkten. Zum einen weil ein Fehlstart unweigerlich die Rückkehr des Abstiegskampfes bedeutet, was um jeden Preis verhindert werden muss. Und zum anderen weil niemand ernsthaft behaupten kann, dass man in einem Heimspiel gegen ein nur vier Punkte besser platziertes Team keinen Punkt einkalkuliert. Also vergessen wir Statistiken und unselige Vergangenheit und blicken mal auf die Ergebnisse der Wintervorbereitung.

Die voraussichtliche Aufstellung sieht wohl wie folgt aus: Mondy - Matip, Dodo, McKenna, Brecko  - Ehret, Petit, Antar, Yalcin - Ishiaku, Radu. Ggf. auch Pezzoni statt Antar oder Yalcin, unter Umständen auch statt Radu. Alle andere sind wohl gesetzt. Im Vergleich zum Stamm der Hinrunde fehlen also Geromel, Novakovic und Womé sowie Pezzoni, und keinen davon kann man als Verlierer der Vorbereitung bezeichnen. Verlierer sind eher diejenigen, die es trotzdem nicht in die Startaufstellung geschafft haben, vor allem Vucicevic, Broich, Sanou und Chihi. Bei diesen stellt sich damit unweigerlich die Frage nach der Zukunft beim FC (was aber ein andermal diskutiert werden soll). Klare Gewinner sind einmal Roda Antar, der gegen Ende der Hinrunde abgemeldet war und dem Wechselabsichten nachgesagt wurden, der sich aber trotzdem reinhängte und eine ganz starke Vorbereitung spielte. Hut ab. Und zum anderen Taner Yalcin, der in der Hinrunde noch meist in der U19 am Ball war - mehr Gewinner geht nicht.  Und dann vielleicht noch Marvin Matip von dem man aber schon länger weiss, dass er ein ganz wichter Spieler ist (auch wenn es sich in den Einsatzzeiten nicht immer widerspiegelt).

Also hoffen wir, dass die Gewinner nicht am Samstag schon wieder Verlierer sind. Es ist Zeit das VW-Trauma Stück für Stück hinter sich zu lassen. Und da würde zumindest ein Punkt schon ein klein wenig weiterhelfen.

 

Poldi Reloaded! - Eine Presseschau

Obwohl der Transfer sich schon länger abzeichnete ist die deutsche Presse gestern und heute erst so richtig ins Rollen gekommen. Kein Blatt in dem nicht mindestens zwei Beiträge zur Poldi-Rückkehr zu finden sind. Es ist also alles gesagt, sogar von jedem. Und das ist Grund genug hier nicht eine weitere Besprechung des Wechsels zwischen Chance und Risiko zu liefern, sondern stattdessen die besten oder auch interessantesten Berichte und Kommentare hier zu verlinken.

Die ZEIT

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Hut ab, Fabrice!

Ein wenig kann einem Bochum schon leid tun. 17 Spiele, 11 Punkte, nur ein Sieg und dann auch noch das bittere 1:2 gegen den FC. Obwohl man die bessere Mannschaft stellte und auf den Sieg drückte verlor man in den Schlussminuten sogar noch den einen Punkt. Alle Kölner Anhänger können dagegen mit 22 Punkten beruhigt in die Winterpause gehen, neun Punkte Vorsprung sind ein ordentliches Polster auf die Abstiegsplätze. Fünf Siege in der Rückrunde sollten nun schon zum Klassenerhalt reichen.

Neben diesen Fakten gibt es aber noch eine weitere Erkenntnis des gestrigen Abends: Das Team kann Ausfälle verkraften, auch die Ersatzspieler haben Bundesligaformat. Ein Marvin Matip ist immer eine Bank, ein McKenna hängt sich stets rein und Manasseh Ishiaku hat in seinen Einsätzen angedeutet, dass er in der Rückrunde ein ganz wichtiger Spieler sein kann. Natürlich sind ein Adil Chihi, ein Willi Sanou und viele weitere unter ihren Möglichkeiten geblieben, auch Stammspieler wie Roda Antar. Aber letztlich hat die Mannschaft insgesamt, und nicht nur die erste Elf, das Zeug für die Bundesliga. Und das ist die wichtigste Erkenntnis der Hinrunde und insbesondere des gestrigen Spiels.

Und genau deshalb täte der FC im Winter gut daran, die Kohle beisammen zu halten und nicht groß auf dem Transfermarkt zuzuschlagen. Dies nicht nur im Hinblick auch einen möglichen und wohl nicht billigen Poldi-Transfer im Sommer. Sondern weil wirkliche Verstärkungen nicht auf dem Markt sein werden. Im Winter laufen keine Verträge aus. Wer wechselt hat also entweder sportliche oder persönliche Probleme in seinem Verein, oder ist nur über eine hohe Ablöse zu bekommen. Spieler wie zum Beispiel ein Hildebrand sind  bzw. waren da die absolute Ausnahme. In der Überzeugung, dass die Mannschaft den Klassenerhalt letztlich halbwegs souverän schaffen wird, sollte man sich also schon jetzt auf die Sommertransfers konzentrieren.

Ein letztes Wort zu gestern: Auch wenn Ishiaku gefeiert wurde, der Matchwinner war Fabrice Ehret. Ein solches Solo über knapp 80 Meter hab ich schon ewig nicht mehr von einem FC-Spieler gesehen. Klar, er spielt nicht acht Bochumer aus. Aber schon die Balleroberung zeigt einen absoluten Willen, wie auch das Zweikampfverhalten im Duell mit Maltritz. Und dann nach so einem Sprint noch den mitgelaufenen Ishiaku zu sehen und den Ball so uneigennützig wie mustergültig aufzulegen: Hut ab, Fabrice.

 

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