“Und dann kam das 2:1 gegen Hannover…
… und der Trainer trank ein Kölsch, vielleicht auch zwei.”
Zugegeben, in der soeben zitierten “Heldensage vom heiligen Ewald” der Wise Guys geht es um ein 5:3. Doch ansonsten passt alles: Köln gewinnt erstmals seit acht Jahren gegen Hannover, die drei Punkte sind ein Riesenschritt nach vorn (damals der 1. Wiederaufstieg) und danach geht das Team feiern (Freitag abend nach Angaben des Trainers im Sportstudio bis fünf(!) Uhr morgens). Und die Fans sind anschließend euphorisch, verheißt die Zukunft doch nur Gutes.
Dazu gibt es alles Grund, denn ein Spiel wie das vom Freitag wäre in den letzten Jahren in acht von zehn Fällen sogar verloren gegangen. Dieses Mal wurden drei Punkte gewonnen. Und vier Mal hatte der FC Glück:
1. Der Ausgleichstreffer durch Geromel war sehr knapp - zu knapp fürs menschliche Auge. Der Schiedsrichter und sein Assistent konnten niemals erkennen, ob der Ball wirklich mit vollem Umfang hinter der Linie war. Je nach Kameraperspektive sieht das anders aus. Letztlich scheint die Entscheidung korrekt gewesen zu sein. Aber manchmal ist auch eine richtige Schiedsrichterentscheidung einfach Glück.
2. Das 2:1 durch Willi Sanou war höchst unglücklich abgefälscht. In den Fernsehbildern sieht es so aus, als würde Fromlowitz den Ball halten können. Nach der Berührung durch Hanke ist er chancenlos.
3. Der Freistoß von Huszti an die Unterkante der Latte hätte einen Treffer verdient gehabt. Ein unglaublicher Strahl, Mondragon ohne Chance. Aber der Ball tippt kurz vor der Linie auf - zum Glück.
4. Das Handspiel von Wome war grenzwertig. Nach konsequenter Regelauslegung ist die Entscheidung von Schiri Sippel wohl korrekt. Aber das stützt sich nur auf die Beurteilung der Frage, ob das Handspiel absichtlich war oder nicht. Da kann man so entscheiden, wie es Sippel tat. Aber die Hand ging zum Ball und verhinderte eine glasklare Torchance. Sowas wird nicht selten gepfiffen.
Und doch ist klar, dass man sich Glück auch erarbeiten muss. Und das hat die Mannschaft getan. Deshalb war der Sieg nicht unverdient und genau deshalb kann man fast sicher sagen: Wer so Spiele gewinnt, der steigt nicht ab. Andere Vereine werden mit solchen Siegen sogar Meister. (Aber das sind andere Vereine, nicht der FC. Nur um Missverständnissen vorzubeugen.
)
Bei genauer Betrachtung gibt es doch noch ein paar kleine, aber feine Unterschiede zum Sieg gegen Hannover aus dem Jahr 2000. Damals war der Sieg verdienter und die Tore schöner. Das unfassbare “Aufstiegstor” zum 4:3 durch Alex Voigt ist für mich noch immer der größte FC-Moment der letzten 18 Jahre. Dafür ging es damals aber zwei Jahre später wieder runter. Und das wird es dieses Mal nicht.
Wirklich nicht. Niemals.
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