“Der UEFA-Cup ist immer drin…”

Am Dienstag habe ich dem Fußballradio 90elf ein Interview zum FC und der aktuellen Situation gegeben. Hier gibts die sieben Minuten nochmal zum nachhören, über Kommentare freue ich mich natürlich:

Interview auf dem: 90elf-BOLZPLATZ

90elf Logo mit Claim V2klein Der UEFA Cup ist immer drin...

Fehler bei der Kaderplanung?

Das erste Saisonspiel ist gespielt und der FC hat keinen Punkt geholt, nichtmal ein Tor geschossen. Das klingt schlecht. Ist es auch. Aber ist es auch ein Grund zur Beunruhigung? Ja, findet Christian Löer von Kölner Stadtanzeiger. Seinen Kommentar fast folgender Satz zusammen: “Dennoch war dieses 0:1 zum Ligastart kein Pech. Sondern das Ergebnis von Fehlern bei der Kaderplanung.”

Ist das so? Zugegeben, das aktuelle Verletzungpech (Novakovic, Geromel, Podolski) offenbart, dass der FC nicht 22 gleichwertige Spieler hat. Und man kann ihm daher auch nicht widersprechen wenn er sagt, dass der Kölner Kader sehr dünn besetzt ist, offensiv wie defensiv. Ein Fehler ist es dennoch nicht.

Artikulierte Strategie des FC-Führung ist seit einiger Zeit: “Qualität vor Quantität”.  Dafür stehen vor allem die Neuzugänge Podolski und Maniche. Und das ist auch richtig so. 22 gleichwertige Spieler im Kader zu haben ist nur möglich, wenn man insgesamt qualitative Abstriche macht. Oder aber Bayern München heißt – und selbst dann ist es nur die halbe Wahrheit. Die Erfolgschancen eines Teams gespickt mit überdurchschnittlichen Bundesligaspielern sind allemal höher, als wenn man nur auf solide “Massenware” setzt. Natürlich sollten nicht alle Leistungsträger zugleich ausfallen. Aber dieses Risiko muss man in Kauf nehmen, wenn man den Verein voranbringen will.

Die Niederlage in Dortmund ist daher – wie jede Niederlage – ärgerlich. Aber kein Grund zur Beunruhigung und auch kein Grund die Personalpolitik von Manager Michael Meier nach nur einen Spiel zu kritisieren. Zumal unter dem Ausfällen keine Langzeitverletzten (mehr) sind.

FC.zwitschern

Nun war es ein paar Tage ruhig hier. Zum Spiel gegen Frankfurt gibt es auch wirklich nicht viel zu sagen. Da war man einfach zu blöd für drei Punkte gegen einen eigentlich indiskutablen Gegner. Das Elfmetergeschenk muss man annehmen und man darf sich beim Stand von 1:0 von der Harmlosigkeit der Frankfurter auch nicht so einlullen lassen. Na gut, kann mal passieren, sollte aber nicht mehr oft passieren in dieser Saison. Und immerhin, die übliche Panik nach zwei nicht gewonnen Spielen blieb bisher aus. Wenigstens das ist ein einigermaßen bemerkenswerter Fakt. Ach ja, und wer nochmal kurz hinsehen will, kann dies hier tun.

Was wirklich Neues gibt es in eigener Sache zu berichten. Ich nutze privat seit einiger Zeit “Twitter“, einen so genannten “mikro-blogging“-Dienst. Ich weiss nicht wie bekannt Twitter mittlerweile ist, vermutlich werden Viele noch nie davon gehört haben. Es ist auch nicht ganz einfach zu erklären, der Versuch von Wikipedia ist jedenfalls nicht sehr gelungen. Etwas besser ist ein Text beim WDR, außerdem gibts ein ausführliches Video beim “Elektrischen Reporter“. Mir ist jedenfalls aufgefallen, dass es bei Twitter noch nichts zum 1. FC Köln gibt. Nicht der FC selber und auch sonst niemand “twittert” über die neuesten Entwicklungen beim FC. Dabei bietet sich das Format durchaus sehr an, um schnell über aktuelle Geschehnisse zu berichten. Es hat das Potential  zum echten  Info-Dienst. Aufs Handy, via Instant Messanger, auf der Twitter-Webseite – es gibt zahlreiche Wege die maximal 140 Zeichen langen Mitteilungen zu empfangen, ich selber nutze die Firefox-Erweiterung “twitterfox“. Es gibt aber etliche weitere Tools rund um Twitter, eine Auswahl findet sich z.B. auf karrierebibel.de. Da es also bisher keinen FC-Tweet gibt, und weil ich beruflich eh den ganzen Tag am Rechner sitze (und dabei leider regelmäßig checke, was es so Neues vom FC gibt), werde ich ab sofort via Twitter alles News zum FC weiter verbreiten und hoffe, dass es einige von Euch nützlich finden. Ich bin wirklich gespannt wie das mit der Zeit angenommen wird, auch wenn sich das für Viele derzeit wohl noch ziemlich nerdig anhört. Aber lassen wir uns überraschen.

Also: Wer den geissblog-Tweets ab sofort folgen möchte, der gehe zu: http://twitter.com/geissblog.

Fußball und Nation

Ein eigentümliches Thema treibt die Boulevardzeitung mit den vier großen Buchstaben mal wieder um. Es geht um die Nationalität der FC-Spieler. Erst wird festgestellt, dass kein Deutscher in der FC-Startelf gegen Niederauerbach gestanden hat. Und etwas später fragt man Thomas Broich, ob zu viele Ausländer in der Bundesliga spielen. Dazu zwei Bemerkungen:

1. Die Behauptung stimmt einfach nicht, dass kein Deutscher in der Startelf gegen Niederauerbach stand. Adil Chihi ist in Düsseldorf geboren, dort auch aufgewachsen und hat die deutsche Staatsbürgerschaft. Was braucht es noch, um als Deutscher zu gelten? Die Tatsache, dass die BILD diesen Fakt nachhaltig ignoriert, bedeutet entweder, dass sie keine Ahnung hat (A). Oder aber sie kennt die Fakten und biegt sie sich für die vermeintliche “Geschichte” zurecht (B). Oder aber sie akzeptiert Adli Chihi nicht als Deutschen, obwohl er hier geboren und ausgewachsen ist, deutsch spricht, die deutsche Staatsbürgerschaft hat etc. Das wiederum entspräche einem rassistischen Verständnis von Nationalität nach dem Blutsprinzip, dem ius sanguinis. Egal was Adil Chihi auch macht, er bleibt für BILD Marokkaner, er hat kein deutsches Blut in sich (C). Zugegeben, der BILD ist fraglos zuzutrauen traue ich fraglos zu, dass sie nicht so genau recherchiert. Aber in diesem Fall die Staatsangehörigkeit zu übersehen ist kaum möglich, daher scheidet Variante A aus. Und selbst wenn es nicht die rassistische Variante C ist, so ist auch B ein großes Ärgernis. Nicht nur, weil BILD hier dann bewusst lügt, sondern auch weil sie ihre Geschichte auf dem Rücken von jungen Deutschen mit Migrationshintergrund austrägt. Im Zweifel ist ein Adil Chihi nämlich doch Marokkaner. Wie auch viele Türken Menschen mit türkischen Wurzeln, die hier in zweiter Generation leben, im Zweifel doch Türken sind. Auch wenn sie kaum türkisch sprechen und in dem Land noch nie länger als drei Wochen am Stück waren. Und bei so viel geballter Ablehnung wundern sich noch einige, warum viele junge türkische Talente (oder auch Adil Chihi) lieber für das Land ihrer (Groß-)eltern spielen, statt für Deutschland.

2. Ist mir völlig schleierhaft, welche Relevanz die Frage nach der Nationalität hat. Einzig im Zusammenhang mit entsprechenden Regularien könnte die Frage von Interesse sein. Es gibt ja weiterhin eine so genannte “Ausländerregelung“. Aber diese ist in der BILD-Berichterstattung mit keinem Wort erwähnt. Und dann ist wirklich die große Frage, warum nicht besser über die Fähigkeiten der einzelnen Spieler diskutiert wird. Zur Not noch über deren Privatleben, das kann ja wenigstens noch mittelbar Einfluss auf die Leistung der Spieler haben. Aber die bloße Frage der Nationalität ist für die fußballerischen Fähigkeiten der Spieler sowas von irrelevant. Aus diesen nicht vorhandenen inhaltlichen Gründen ist daher schon die bloße Thematisierung der Frage in meinen Augen latent xenophob, also fremdenfeindlich. Diese Einschätzung stützt sich auf die Vergangenheit, wo die BILD in der Frage oft wider besseren Wissen berichtet hat. Man vergleiche nur zwei widersprüchliche Meldungen aus 2006 von der BILD und von der ARD. Die Diskrepanz ist – mal abgesehen von dreister Statistikfälschung – nur dadurch zu erklären, dass die ARD alle mit einem deutschen Pass als Deutsche führt, während die BILD alle mit einer doppelten Staatsbürgerschaft per se den Ausländern zuschlägt.

Selbst wenn am kommenden Samstag Sanou für Chihi in die Startelf rückt: Ich halte der Mannschaft alle Daumen und freu mich einen Keks, wenn die Mannschaft in Wolfsburg punktet. Ich bin FC-Fan und ich will mein Team siegen sehen. Ob die Spieler nun alle im Umkreis von 15 km vom Stadion aufgewachsen sind, oder am Strand in Südamerika das Kicken gelernt haben, das ist mir sowas von egal. Fußball ist völkerverbindend. Der FC ist ein weltoffener Club. Dem Ball ist egal wer ihn tritt. Und die BILD ist das Letzte.

Der “neue” Christoph Daum

Über die Qualität des Kölner Express kann man kaum streiten. Eine seriöse Zeitung ist was anderes. Gleichwohl ist nicht alles falsch, was drin steht und die Beobachtung, dass unser aller Christoph Daum einen anderes Bild abgibt, als vor einigen Monaten, ist definitiv richtig. Ob er nun wieder “der Alte” ist will ich bezweifeln, ich hoffe es (vor allem für ihn und seine Gesundheit! ;-) ) mal nicht. Auch ein Christoph Daum sollte sich weiter entwickeln und ich hoffe, dass er gestärkt aus den Erlebnissen der letzten anderthalb Jahre beim FC hervor geht. Aber es ist völlig richtig, dass er wieder Energie ausstrahlt, dass er offen und glaubwürdig wirkt, Optimismus versprüht. Bestes Beispiel ist sein Auftritt im aktuellen Sportstudio am vergangengen Samstag – wer ihn verpasst hat kann sich hier selbst ein Bild machen:

Christoph Daum im Sportstudio (zdf.de)

Insbesondere seine Aussage, dass er sich einfach freut wieder dabei zu sein (ca. bei 9:50 min), nimmt man ihm 100% ab. Klar, ein überragender Sympath wird Daum wohl nie mehr werden. Dazu ist er auch eine zu skurrile und polarisierende Figur. Aber im Sportstudio war er nah dran, zumindest war er schlagfertig und angemessen höflich. Alles in allem ein Auftritt, der die Hoffnung auf eine gute Saison des FC weiter verstärkt. Und darauf, dass er nicht im Winter oder nach der Saison von seiner Ausstiegsklausel gebrauch macht. Und das ist genau das, was der FC braucht: einen engagierten und optimistischen Trainer, der langfristig an Mannschaft und Verein arbeitet!

________________________

PS: Wer die Tore gegen Niederauerbach nicht gesehen hat, kann sie hier begutachten: Tore gegen Niederauerbach (spox.com)


Twitter links powered by Tweet This v1.6.1, a WordPress plugin for Twitter.